SPORTMEDIZIN

Die Sportmedizin in Deutschland ist (wie z.B. auch die Rheumatologie) eine fachübergreifende Zusatzbezeichnung verschiedener Facharztrichtungen, auch des Facharztes für Allgemeinmedizin. Sie erforscht ebenso die Wirkungen körperlicher Aktivität wie auch die des Bewegungsmangels auf den menschlichen Organismus unabhängig von Organsystemen oder gar Diagnosen. Seit 1977 definiert der Weltverband offiziell wie folgt: „Sportmedizin umfasst theoretische und praktische Medizin. Sie untersucht den Einfluss von Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel auf den gesunden und kranken Menschen jeder Altersstufe, um die Befunde der Prävention, Therapie und Rehabilitation sowie den Sporttreibenden dienlich zu machen.“

Neben den bekannten Sportfolgen wie Boxernase, Ermüdungsfrakturen, Skidaumen oder Tennisarm ist das Regattasegeln ein dankbares Forschungsfeld, hat doch hier bereits jedes Kind die unvergleichliche Möglichkeit, durch die Wahl der Bootsklasse allein schon das optimale Sportgerät auszuwählen. Diese Auswahl folgt verschiedensten Kriterien: Soll das Boot allein oder zu mehreren gesegelt werden und im zweiten Falle in welcher Position (ein guter Segler erfüllt nämlich schnell und ruhig alle Funktionen ungeachtet seiner Stellung im Team)? Bin ich weiblich oder männlich, schwer oder leicht, ein Actiontyp oder mehr der Sicherheitsmensch? Und wieviel Zeit steht mir zur Verfügung, bleibe ich national oder peile auch Regatten im Ausland an?

Besonders das Regattasegeln mit Jollen, also Schwertbooten, die auch kentern und während der Wettfahrt wieder aufgerichtet werden können, übt eine hervorragende Wirkung sowohl auf die physische Präsenz als auch das mentale Training der Besatzungen aus. Interessanterweise landen erfolgreiche Segler bei allen Windverhältnisse vorn, obwohl es sicherlich auch Starkwind-Junkies und Leichtwetter-Glückskinder gibt. Die typischen Erkrankungen des jugendlichen Regattaseglers sind übrigens aseptische Knochennekrosen der Wirbelsäule (Morbus Scheuermann) sowie der Kniegelenke (Morbus Schlatter).

Beim Deutschen Segler-Verband (Hamburg, Gründgensstraße 18) werden die Jüngsten im Alter von 7 - 14 Jahren im viereckigen „Optimist“ - Dinghy von 2,30 m Länge starten, wo auch international riesige Starterfelder entstanden sind. Es folgt die Jüngsten-Jolle „Teeny“ für 2 Jugendliche. Anschließend entscheidet sich zumeist je nach Körperbau und Naturell, ob der weitere Weg in die Trapezjolle „420er“ oder wieder zum Einhandsegeln mit dem „Laser“ führt, um das Silber abzuräumen. - Oder zum Kaffeesegeln mit der zu gründenden Familie auf Fahrten-Jollenkreuzern, die ein Ex-Regattier dann aber kaum zum Kentern bringen dürfte, weil er „es“ eben gelernt hat…


›› Jollensegeln für Erwachsene


›› Kinder- und Jugendsegeln